Damit Karius und Baktus erst gar keine Chance haben

Arbeitskreis ZahngesundheitDas Kinder-Zahn-Mobile ist komplett mit vier Zahnputzplätzen ausgestattet. (von links) Geschäftsführer AK Zahngesundheit Werner Vogel, Stefan Traeger, Ford-BKK, Vorsitzender AK ZAhngesundheit Horst Gaubatz, Jugendzahnärztin Dr. Karola Zahran und Dr. Robert Gammersbach von der Zahnärztekammer stellten ihren Tätigkeitsbericht 2006 vor.

Der Arbeitskreis Zahngesundheit legt seinen Tätigkeitsbericht vor. 22 000 Kinder untersucht. 73 Prozent haben keine Löcher.

Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 12 Jahren sind Spitzenreiter in punkto Zahngesundheit im Bezirk Nordrhein. Das belegen die aktuellen Zahlen im Tätigkeitsbericht 2006 des Arbeitskreises Zahngesundheit im Kreis Düren, eine gemeinsame Initiative der Krankenkassen, der Zahnärzte und des Gesundheitsamtes.

„Unsere Waffen gegen Karius und Baktus sind 40.000 Zahnbürsten, mehr als 9200 Tuben Zahnbasta und jede Menge Infos, die wir im letzten Jahr bei unseren Besuchen in den Kindergärten, Grund- und Hauptschulen verteilt haben“, ist Geschäftsführer des Arbeitskreises Werner Vogel froh über die Ergebnisse, die im Vergleich zu früheren Jahren nahezu konstant geblieben sind.

288.000 Euro gaben die gesetztlichen Krankenkassen im Kreis Düren für die Kariesvorbeugung aus. Das fünfköpfige Betreuerteam um Jugendzahnärztin Dr. Karola Zahran besuchte mit den drei Zahnmobilen flächendeckend alle 151 Kindergärten des Kreises sowie 6 Sonderschulen, 1 Realschule und 17 Haupt- und Gesamtschulen. Dabei nahmen über 22.120 Kinder bis zur 5.ten und 6.ten Klasse an der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe teil. „Wir müssen weiter am Ball bleiben, das Bewusstsein für die Zahngesundheit in Kindergärten und Schulen zu fördern. Denn wenn einmal die Kette bricht, ist die Zahngesundheit in Gefahr“, mahnt der Vorsitzender des Arbeitskreises Horst Gaubatz.

In 110 Kindergärten werden zumeist nach dem gemeinsamen Frühstück täglich die Zähne geputzt. Der Erfolg: 73% der Kinder haben keine Löcher in den Zähnen. „Das sind erfreuliche Tendenzen für gesunde Zähne und ein lückenloses Gebiss. Jedoch in den Gesamt- und Hauptschulen wird es schlechter. Die Zahlen belegen, die Zahngesundheit ist ein soziales Bildungsproblem“, fasst Jugendzahnärztin Dr. Karola Zahran die Untersuchungsergebnisse zusammen. Sind an den Grundschulen, nach dem Zahnwechsel, 90% der Kinder kariesfrei wandelt sich das Bild. An Realschulen haben 85 %, an Gesamtschulen 70%, an Hauptschulen 65% und an Sonderschulen 60% der Kinder ein naturgesundes Gebiss.

Ein weiterer wichtiger Baustein der Arbeit des Arbeitskreises Zahngesundheit ist der Angstabbau vor dem Zahnarzt. „Viele haben Angst vorm Zahnarzt, weil sie sich hilflos ausgeliefert fühlen. Das Gemeine sind die klinischen Werkzeuge, die bedrohlich näherrücken. Und dann diese fiesen Geräusche!“, beschreibt Dr. Robert Gammersbach von der Zahnärztekammer seine Erfahrungen.

42 Zahnärzte haben über 1640 Vorschulkinder in ihre Praxen eingeladen und den Kindern die Geheimnise des Zahnarztstuhls mit seinen vielen Werkzeugen gezeigt. „Oft meint es eine Mutter gut, wenn sie ihrem Kind vor dem Arztbesuch sagt „es tut nicht weh“. Beim Kind entstehen aus den Wörter weh gleich Schmerz daraus wird Angst. Besser ist es, nichts zu sagen oder nur Wörter, wie „Es ist angenehm“ und „Es tut gut“ zu verwenden“, erklärt Dr. Robert Gammersbach, wie es zu der großen Angst der Kinder vor dem Gang zur Zahnarztpraxis kommt. Auch im Jahr 2007 wird die Arbeit fortgesetzt. Dabei werden weitere Schwerpunkte in der Arbeit gesetzt. Das begonnene Intensivprogramm zur Betreuung von Kindern mit hohem Kariesrisiko in zwei Grundschulen wird fortgesetzt und die praktische Zahnpflege wird in die neuen offenen Ganztagsschulen gebracht.

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