Wie Don Camillo in “St. Maria im Kapital”
Der erfahrene Monsignore Mozzarella (Dmitry Alexandrov) kann die Angriffe der zur Nana Mouskouri mutierten Physiotherapeutin (Jasmin Fohlens) kaum abwehren.
Kölner Millowitsch-Theater mit dem Schwank „Der Papst kommt” vor 500 Zuschauern im Haus der Stadt. Das Stück mit aktuellen Bezügen wirkt ein wenig aufgesetzt. Verwirrungen lösen sich am Schluss auf. Anstandsapplaus.
Düren. Eigentlich fehlt nur der Schnauzer, dann würde Peter Millowitsch seinem Vater Willy zum Verwechseln ähneln. Der neue Schwank „Der Papst kommt” des beliebten Kölner Kult-Theaters ging vor 500 Besuchern im Haus der Stadt über die Bühne. Darin mimt Millowitsch Pfarrer Adam Herkenrath wie auch dessen Zwillingsbruder Anton.
Der Pfarrer kennt Papst Benedikt XVI. aus seiner Zeit Studienzeit in Bonn. Beim Weltjugendtag in Köln hat Adam den Studienfreund in seine Gemeinde „Maria im Kapital” eingeladen.
Dank der neuen Rechtschreibung verursacht Haushälterin Marthe Schwertlein (Christa Rockstroh) Verwicklungen, indem sie die wichtigste Stelle der Antwort aus Rom umdeutet von „Der Papst kommt mitnichten” in „Der Papst kommt mit Nichten”. Zudem erkrankt Adam an Masern.
Kaplan Fischer (Claus Janzen) holt den zwielichtigen Anton ins Pfarrhaus: Der muss helfen! Das hätte er besser nicht gemacht, denn als päpstliche Vorhut erscheint der glaubensfeste und unerbittliche Monsignore Mozzarella (Dmitry Alexandrov). Nun nehmen Verwirrungen, Irrtümer und Anzüglichkeiten unerbittlich ihren Lauf.
Ein wenig aufgesetzt à la Don Camillo wirkten die Zwiegespräche von Kaplan Fischer mit dem Gekreuzigten. Auch Antons Ehefrau (Heike Schmidt), plötzlich als Organistin im Pfarrhaus, und die Physiotherapeutin (Jasmin Fohlens), die zur Nana Mouskouri mutiert, spielten eher platt mit dem immer und überall imaginär anwesenden Dieter Bohlen und seiner Castingshow.
Einzig Monsignore Mozzarella, der von der Haushälterin für einen italienischen Masseur gehalten wird, überzeugte durch sein gestenreiches und mit dem Publikum agierendes Spiel. „Santa Maria, Jesus” ruft der entsetzte Geistliche, als die Haushälterin in Dessous vor dem ebenfalls fast entkleideten, weil zur Bettruhe bereiten Monsignore herumhüpft und sich alsdann diesem - bäuchlings auf dem Esstisch liegend - präsentiert, so dass er flüchtet.
Am Ende wird natürlich alles aufgeklärt: Der Papst kommt nicht, und offenbar ist Bohlen nicht im Publikum.
Mit dem großen Volksmimen Willy darf man Peter Millowitsch nicht vergleichen. Der Schwank wirkt etwas weit hergeholt und mit vermeintlich witzigen, aktuellen Bezügen überzeichnet, verkümmert stellenweise zur Klamotte. Das turbulente Schlussbild aus Versöhnung und Tanz und dem Versprechen des Monsignore, die neue Gemeindeorgel zu finanzieren, bringt wieder Heiterkeit - und den verdienten Anstandsapplaus für freilich eher wenige zündende Pointen.
Bildimpressionen: (einfach auf das Bild klicken und die Slideshow betrachten)

























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