Das Leben kritisch hinterfragt

Jorgen PolmanEindrucksvoll die Tiefe seiner fotografischen Arbeiten, die Jorgen Polmann im Schloss Burgau ausstellt.

Sechs zeitgenössische junge Künstler aus dem niederländischen Beek bei Maastricht stellen auf Schloss Burgau aus. Verschiedene Perspektiven aus dem großen Spektrum von Spielerei und Moral.

Niederau. „Die Kunst ist nicht das Brot sondern der Wein des Lebens“, beschreibt Bürgermeister Paul Larue in seiner Eröffnungsrede seine Eindrücke am Sonntag in der außergewöhnlichen Ausstellung von sechs jungen zeitgenössischen niederländischen Künstlern im Schloss Burgau. Gemeinsam ist ihnen nur der Ort Beek, nähe Maastricht, zum Wohnen und Arbeiten. Der Unterschied der Arbeiten ist das Konzept der Ausstellung im Spektrum von Spielerei und Moral. „Künstler generieren Kunst und hier sind sechs Genkonstellationen aus verschiedensten Perspektiven zu sehen. Der Künstler nimmt das Leben nicht einfach so hin, wie es ist, sondern stellt es immer wieder in Frage. Mit seinen Werken sucht er den Dialog mit dem Betrachter. Es ist das Phänomen Kind aber auch der in der Gesellschaft stehende reife Mensch, der etwas zu sagen hat in seinem Ort der Wahrheit“, so Dr. Dr. Werner Jansen, Intendant der EURIADE in seiner Einführung.

Der Unterschied ist das Konzept

Im Rundgang der Ausstellung fallen die Skulpturen von Jo Peters mit ihrer Schönheit, Einfachheit und Kraft der Natur sofort auf. Mart Schobben beschreibt in seinen Bildern seine Empfindungen der Welt, der Natur. Es ist eine Spielerei von Formen und Farben, die Vitamine des Lebens.

Sonja Adam-Godschalk

Sonja Adam-Godschalk stellt in ihren Bildern immer wieder den Dialog mit den großen Lehrmeistern der Malerei her, wie hier ein Selbstportrait mit Albrecht Dürer.

„Ich möchte so malen können wie Albrecht Dürer“, erzählt Sonja Adam-Godschalk eine Treppe höher. Immer wieder malt sie ihr Selbstbildnis im Dialog mit den großen Lehrmeistern zur Zeit des Humanismus und unterstreicht ihre Leidenschaft für die traditionelle Kunst des Malens.

„Ich sehe Leben in allen Dingen des Lebens. Dieses Bild ist entstanden als ich in der Küche Espresso machte, da entdeckte ich plötzlich die lang vermisste Teekanne“, erklärt Cel Dewaide, Dichter und Maler, ganz oben auf der Empore die Entstehung seines Bildes „Espressomaschine in Freundschaft mit einer Teekanne“. Seine Bilder sind kleine Erzählungen und Wortspiele, die plötzlich in seinem Kopf sind. Er bedient sich der Fabelwesen und Traumbilder um seine Geschichten zu erzählen.

Jose FijnautJose Fijnaut vor ihrem Werk „Gücksmomente“, eine Skulptur über die Geburt ihrer Tochter Danièlle.

Im Konzertsaal stellt Jose Fijnaut ihre Skulpturen und großflächigen Malereien aus. Seitdem sie sich mehr mit Objekten beschäftigt erreicht sie sehr viel Tiefgang. „Glücksmomente“ erzählt die Geburt ihrer Tochter Danièlle und gleich daneben die Hülle eines Klaviers, indem ein zum Stein geformtes Notenblatt, schwer und alleine scheinbar schwebt, gleich einem Wiegenliedes, das nicht mehr gespielt wird. Es ist die Auseinandersetzung mit dem Tod. Danièlle wurde nur 5 Tage alt.

Gleich nebenan die eigene filmische Bildsprache in den Fotografien von Jorgen Polman. Seine Kollagen zeigen eine Interaktion zwischen Mensch, Religion und Raum. Merkwürdig ist, dass diese alle scheinbar in einer anderen Zeit stattfinden. „Wie sehen wir heute Jesus Christus, ohne den Sockel der Kirche. Was glauben wir moderne Menschen, ohne die Sachen, die die Kirche seit 2000 Jahren erzählt. Was ist die Wahrheit“, das sind Jorgen Polmanns Fragen in seiner Collage des „Jesusbildes“. Seine Arbeiten regen zum nachdenken an und fordern eine losgelöste Sicht der Dinge ohne ihren üblichen Kontext.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28.5.2007 im Schloss Burgau zu sehen, jeweils Mi. und Sa. 14.00-18.00 und So. 11.00-18.00

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