Eine Bestrahlung dauert nur noch zehn Sekunden
Hinter einer 20 Tonnen Stahltür und 1,75 m dicken Schwerbetonmauern im neuen Strahlenschutzbunker steht der neue Stolz des Krankenhaus Dürens: Der Linearbeschleuniger.
Krankenhaus Düren nimmt Linearbeschleuniger in Betrieb. Patienten mit Krebs finden jetzt auch in Düren bessere medizinische Hilfe. Rund drei Millionen Euro investiert.
Düren. Für viele Patienten im Kreis Düren war mit der Diagnose Krebs meistens eine Odyssee in verschiedenen Spezialkliniken verbunden. Reisten sie bisher mehrmals in der Woche zur Bestrahlung nach Aachen und Köln so heißt das Ziel ab sofort Krankenhaus Düren.
„Unser Ziel ist es das Krankenhaus Düren als medizinisches Kompetenzzentrum zu stärken. Mit der Inbetriebnahme des neuen modernen Linearbeschleunigers für die Strahlentherapie heute und den hochmodernen Strahlenschutzbunker sind wir diesem Ziel wieder ein Stück näher gekommen“, freut sich Aufsichtsratvorsitzender des Krankenhauses Düren Karl Albert Esser über die neuen Möglichkeiten.
Die drei Säulen der Krebstherapie sind Operation, Bestrahlung und die Chemotherapie. So wie es den einen Krebs nicht gibt, so muss auch die Therapie für jeden Patienten individuell zusammengestellt werden.
Das Krankenhauses kooperiert übrigens mit der im gleichen Haus angesiedelten Praxis für Strahlentherapie Dr. Ursula Schleicher. Für die Investitionen heißt dies, dass das Krankenhaus für den Bau des 750.000 Euro teuren Strahlenschutzbunkers sorgte, während die Facharztpraxis den Linearbeschleuniger und einen Computertomographen für insgesamt 2,1 Millionen Euro anschaffte. Damit wird nun für hunderte von Patienten des Kreises Düren ihre persönliche Strahlentherapie in Düren möglich.
„Unsere Patienten werden von den Fachärzten zu uns überwiesen. Mithilfe des Tomographen ermitteln wir genau die Bereiche, die bestrahlt werden müssen. Erst nach vorheriger Planung am Computer werden die Strahlen des hochpräzisen Linearbeschleunigers auf die Tumore im Inneren des Patienten gelenkt, ohne gesundes Gewebe dauerhaft zu schädigen. Das modernen 3D-Laserkoordinatensysthem hilft ganz genau die Bestrahlung in die betreffenden Stellen auszurichten“, beschreibt Dr. Ursula Schleicher das Verfahren. Der Linearbeschleuniger ist wesentlich stärker, genauer und schneller als die alte Kobaltanlage. So dauert nun eine Bestrahlung für ambulante und stationäre Patienten im großzügig angelegten Behandlungsraum, der hinter einer Tür aus 20 Tonnen Stahl liegt, nur 10 Sekunden und ist damit viel schonender als vorher. Insgesamt können hier nun über 60 Patienten pro Tag mit degenerativen Gelenkerkrankungen (Arthosen), Brust-, Bronchial- und Magen Darmkrebserkrankungen schonend behandelt werden.
„Heute sind die Heilungschancen wesentlich besser geworden und es gilt umso mehr, je früher eine Diagnose gestellt werden kann, desto besser sind die Heilungschancen“, so stellvertretender Geschäftsführer Gereon Blum. Bei 85% der Brustkrebsoperationen kann die Brust erhalten werden und besonders für unheilbarkranke Patienten dient der neue Beschleuniger für eine Steigerung ihrer Lebensqualität. Die Strahlentherapie hilft den Patienten ihre Krankheit zu lindern, die Tumore zu verkleinern und somit den Schmerz ein wenig zu nehmen.
























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