Sein Herz schlägt im Viervierteltakt …

spielmannszug grün weiÃ�Inmitten seiner „Flenzele“ und den langjährigen Mitgliedern und in Begleitung von Tambourmajor Werner Lenz (3. v. r. hinten) wurde der Vorsitzende Franz Madry (mitte) für 45 Jahre vom Verein geehrt.


Spielmannszug Grün-Weiß Schlich dankt Vorsitzendem Franz Madry. In 45 Jahren nur die Flöte noch nicht gespielt. Ehrungen

Schlich: Sie spielen Polka, Stimmungsmusik aus Evergreens, aktuelle Gassenhauer und Samba-Rhytmen aber ihr Markenzeichen ist der höchst anspruchsvolle „Freundschaftsgruß Marsch“ mit dem sie immer wieder 1. Plätze und Preise bei internationalen Tambour-Turnieren abräumen. Der Spielmannszug Grün Weiß Schlich 1949 e.V. ist weit über die Kreisgrenzen Dürens hinweg bekannt und gehört zu den erfolgreichsten Chors des Kreises Düren.

“Spanien Olé”

Am Samstag hieß es nun Spanien Olé für die Tambouren, mit spanischem Buffet und Musik im Saal Behrendt beim diesjährigen Stiftungsfest zu Ehren der Gründer. Am 12. Juni 1949 versammelt Wilhem Dahmen 13 Mitstreiter um sich und gründete den Spielmannszug in Schlich. Einzig Hubert Kaiser (74) ist von den damaligen Gründer immer noch aktiv im Veteranenchor. Der ganze Stolz des Vorsitzenden Franz Madry sind seine „Flenzele“, so nennt er liebevoll, die 52 aktiven Jugendlichen in der Jugendabteilung. Sein Herz schlägt im 4/4 Takt und lebt Tag und Nacht für den Verein und plötzlich sind es 45 Jahre davon über 32 Jahre im Vorstand. Dafür wurde er auf dem Stiftungsfest nun ausgezeichnet. Er hat die dicke „Tromm“ geschlagen, Pauke und Becken, war Standartenträger, spielte den Schellenbaum und war Tambourmajor. Einzig die Flöten konnte er nicht spielen. Heute ist er für die Organisation der über 70 Auftritte im Jahr zuständig, hält die Truppe zusammen und die Uniformen in Schuss.

Wener Lenz

Der musikalische Garant des Erfolges ist heute auch der Tambourmajor Werner Lenz der seit 2000 für die moderne Ausrichtung des Spielmannszuges verantwortlich ist. Gesang und viele Orff Instrumente wie Klanghölzer, Glockenspiele, Rasseln und Ratschen, kommen zum Einsatz. Sie spielen 6 Stimmen in der Musik und bis zu 3 Stimmen bei den Trommeln und das zeigen sie im Karneval auf Schützen und Maifesten jedes Jahr. Weitere Ehrungen des Abends: Für 30 Jahre Mitgliedschaft Adolf Kuckelberg, 25 Jahre Hubert Behrendt, 10 Jahre Arnold Lellmann, Peter Merkens, Kristine Schitt und Ludwig Schramm.

Zusatzinfos:

Ein Spielmannszug ist eine Musikgruppe aus Kleinen Trommeln, klappenlosen Querflöten, Lyren, Gr. Trommel & Becken. Er wurde vorwiegend in der Marschmusik und für Signale eingesetzt. Spielmannszüge können allein oder zusammen mit anderen Musikgruppen, wie Blasorchestern eingesetzt werden. Umgangssprachlich wird der Begriff Spielmannszug auch für solche Kombinationen verwendet, dann ergeben sich Abgrenzungsschwierigkeiten zu (Blas-) Orchestern, Fanfarenzügen und Trommlercorps.
Ursprünglich gehören zu den Spielmannszügen Querpfeifen und Trommeln. Seit den Türkenkriegen werden auch die Lyra, das Becken und der Schellenbaum eingesetzt, weshalb man auch von »türkischer Musik« oder „Janitscharenmusik“ spricht.
Ein klassischer Spielmannszug mit erweitertem Flötensatz nutzt auch Diskant-, Alt- und Tenorflöten. Auch ein erweitertes Schlagwerk mit zusätzlichen Schlaginstrumenten (große Trommel, Pauken, Stabspiele etc.) kommt immer häufiger zum Einsatz. Wenn die Schlaginstrumente die Hauptrolle übernehmen bzw. alleinige Instrumente sind, wird der Verein »Trommlercorps« genannt.

Heute

Das Bild heutiger Spielmannszüge ist allerdings ein anderes: Statt der alten Sandnerflöten werden Klappenflöten eingesetzt. Mit Querflöten und Piccoli werden ganz neue Klangfarben erreicht. Der traditionelle Spielmannzugklang ist dadurch stark erweitert worden. Auch Altquerflöten und Bassflöten werden zunehmend in den Orchestren eingesetzt. Ebenso sieht es im Schlagwerk aus. Die „Standard“-Besetzung wurde gewaltig erweitert. Hinzu kommen nun Pauken, Drumset und erweitertes Schlagwerk (Cymbals, Guiro, Congas etc.) Die Stabspiele werden ergänzt durch Marimba, Xylophon oder Vibraphon. Auch das Repertoire der meisten Spielmannszüge besteht heute vielfach aus moderner Marschmusik, sowie Schlagern, Evergreens, modernen Songs und Lateinamerikanischen Rhythmen.

Ein türkisches Machtsymbol

Der Stock des Tambourmajors stammt wahrscheinlich vom “Tugh” ab, einem Stock der oft einen runden Knauf hatte und der mit einem Pferderschweif geschmückt war. Der Tugh kam ursprünglich aus dem türkisch-mongolischen Kulturraum und er symbolisierte im türkischen Heer des Mittelalters militärische Autorität, gleich einem Feldzeichen.

Die Orff-Instrumente

  • Sopran-Glockenspiel, Alt-Glockenspiel
  • Sopran-Metallophon, Alt/Tenor-Metallophon, Bass-Metallophon
  • Sopran-Xylophon, Alt/Tenor-Xylophon, Bass-Xylophon
  • Klingende Stäbe aus Holz und Metall in allen Stimmlagen (kamen erst später dazu)
  • Pauken, Trommeln
  • Schellentrommeln, Schellen, Schellenring
  • Holzblocktrommeln, Rasseln, Maracas
  • Becken, Triangeln
  • Fingercymbeln , Kastagnetten
  • Geräuschmacher, Lärm- und Effektinstrumente
  • dazu kamen Flöten oder andere Melodieinstrumente (auch bei Carl Orff)

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