Zuschauer erleben in Ellen eine Perle der Schauspielkunst

Hurra ein Junge!

Professor Waldemar Weber (Dr. Helmut Brandt, rechts) hat seinen plötzlichen Sohn Fritz Pappenstiel (Peter Heyden, hinten) hinter dem Vorhang vor seiner Frau Henny (Doris Löhrer, 2. v. l) und der Schwiegermutter Mathilde (Gaby Drygall, links) versteckt. Jedoch bedient er sich unverschämter Weise von den Brötchen und dem Wein.

Der Theaterverein “Frohsinn” präsentiert den Schwank “Hurra ein Junge!”

Ellen: Jedes Jahr, genauer zwei Wochen vor Ostern, geht in Ellen, im Saal Warmig-Weber, der Vorhang auf für den Ellener Theaterverein „Frohsinn“ 1919 e.V., eine Perle des Volkstheaters im ganzen Kreis Düren. Möchte man einen volkstümlichen Schwank sehen, denkt man zwangsläufig an die Kölner Idole Trude Herr oder Willy Millowitsch. Der Theaterfreund im Kreis Düren kann mit Stolz auf den Theaterverein „Frohsinn“ verweisen, ein außergewöhnliches Ensemble um den Vorsitzenden Peter Heyden der Volksschauspielkunst. „Hurra, ein Junge!“, ein Schwank in 3 Akten vom Erfolgsautorenpaar Franz Arnold und Ernst Bach heißt das aktuelle Stück, das Regisseur Dr. Helmut Brandt, ist heute der Grund um rechtzeitig nach Ellen zu fahren. Uraufführung 1926 im Berliner Lustspielhaus. Ja, wenn ein junger Ehemann von heute auf morgen zu einem Sohn kommt, wenn der Sohn älter als der Vater ist, der Großvater gleichzeitig der Vater, der Vater aber gleichzeitig der Schwager ist; und wenn diese äußerst verwickelte Geschichte noch dazu vor den Damen vertuscht werden soll – ohne Erfolg natürlich – das ist der Stoff der den ausverkauften Saal zum brodeln bringt.

Seit einem Jahr sind Henny (Doris Löhrer) und Professor Waldemar Weber (Dr. Helmut Brandt) glücklich verheiratet, bis jetzt aber zu allem Bedauern noch ohne Nachwuchs. Heute ist ihr erster Hochzeitstag, zu diesem Anlass kommen die Eltern von Henny Geheimrat Theodor Nathusius (Christian Mambor) und seine Frau Mathilde (Gaby Drygall) zu Besuch. Keiner weiß und soll erfahren, dass der Professor in seiner ersten Ehe als Mitgift seiner Frau deren damals schon erwachsenen, unehelichen Sohn - Fritz Pappenstiel (Peter Heyden) - erhielt, der ausgerechnet an diesem ersten Hochzeitstag der zweiten Ehe auftaucht und als nicht gesellschaftsfähiger Varieté-Künstler eine Katastrophe nach der anderen auslöst. Kräftig unterstützt wird der hilflose Professor von seinem Freund, Rechtsanwalt Dr. Kurt Wehling (Sebastian Lingens), sie brillieren beim Erfinden von abstrusen Lügen und geben ein ideales Paar ab. Außergewöhnlich auch Peter Heyden in seiner Paraderolle des Sohnes Pappenstiel. Er muss vom Schriftsteller bis zur Dame allerhand Verwandlungen durchmachen, bis er schlussendlich in den Schoß der Familie aufgenommen wird. Absolut einmalig, was diese Laiendarsteller dort auf die Bühne gebracht haben. Tipp: Es gibt noch wenige Restkarten für die Aufführungen am Mittwoch, den 28.03. um 19:00 Uhr, Freitag, den 30.03. um 20:00 Uhr, Samstag, den 31.03. um 20:00 Uhr und Sonntag, den 01.04. um 15:00 Uhr. Aber dann heißt es wieder sehnsüchtig warten auf das neue Stück nächstes Jahr vor Ostern.

Hurra ein Junge! (2)

Hurra ein Junge! (3)

Hurra ein Junge! (1)

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