Werke einer revolutionären Kunstrichtung
Professor Almir Mavignier (links) Namensgeber und Mitbegründer der revolutionären Bewegung der “Neuen Tendenzen” in der Kunst zeigt das Spiel mit der Wahrnehmung im Werk der italinenischen Künstlerin Marina Apollonio das im Leopold Hoesch Museum in Düren zu sehen ist.
Im Leopold-Hoesch-Museum ist die wertvolle Ausstellung “Die Neuen Tendenzen” zu sehen. 75 Künstler der “OP Art”.
Düren: Ist es Hypnose oder Täuschung? Diese Frage drängt sich dem Betrachter unwillkürlich auf. Plötzlich verselbständigt ein Bild, irgendwann beginnt es zu vibrieren, die Farbspiele beginnen die Sinne zu täuschen und Strukturen verändern sich.
Attacke auf das Auge
Im Leopold Hoesch Museum begann am Wochenende die beeindruckende Ausstellung “Die Neuen Tendenzen” mit 90 Kunstwerken von 75 Künstlern aus den 60er und frühen 70er Jahren. Entstanden ist die Ausstellung 1961 durch Zufall in Zagreb.“Ich war das Medium und Kurator dieser ersten Ausstellung“ erzählt der Namensgeber Professor Almir Mavignier von der Geburtsstunde einer Sammelbewegung nahezu aller europäischen und südamerikanischen Künstler und Künstlergruppen der damaligen Zeit. „Telefonisch habe ich die Künstler gefragt, je drei Werke für das Projekt zur Verfügung zu stellen mit dem Ziel: Wirklich etwas Neues zu zeigen. Als ich die Ausstellung dann in Zagreb zusammenstellte war es eine Offenbarung einer neuen Bewegung in der Kunst. Die Ähnlichkeit der Werke der Künstler, die sich nicht kannten war verblüffend“ ist Mavignier auch heute noch begeistert. 1964 gab das Time Magazin der revolutionären Kunstrichtung einen neuen Namen und taufte sie „OP Art“, die Revolution des Sehens und sie trat einen wahren Siegeszug durch Europa und Amerika an. Fasziniert von den physikalischen Gesetzen des Lichts und der Optik, verschrieb sich eine ganze Generation von Künstlern der Untersuchung visueller Phänomene und Wahrnehmungen.
Soziale Kunst
„Damals war es der Hammer, eine revolutionäre Kunst in einer revolutionären Zeit. Man konnte die Sachen bewegen und immer wieder gab es neue Sichtweisen. Es geht nicht um etwas gegenständliches, sondern der Betrachter muss aktiv werden und das Kunstwerk selbst erschließen“, beschreibt Museumsleiterin Dr. Dorothea Eimert die Ausstellung. Die Neue Tendenzen ist eine soziale Kunst, die alle Sinne anspricht, mit den täglichen Erfahrungen spielt und spontan erlebbar und begreifbar ist.
Die Ausstellung zeigt dieses einzigartige europäische Projekt mit den wichtigsten Künstlern und Künstlergruppen, der kinetischen Kunst und der Lichtkunst sowie der bis dahin als eigene Kunstrichtung noch kaum wahrgenommenen Computer- und Konzeptkunst. Die einmalige Ausstellung ist noch bis zum 22. April 2007 im Leopold Hoesch Museum erlebbar.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag: 11-18 Uhr, Dienstag: 11-20 Uhr Montag: geschlossen.
























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