Wenn der Hammer zuschlägt . . .

Volker Pispers“Man soll Politiker nicht an dem messen, was sie im Wahlkampft sagen” oder “Man konnte Bush gerade noch abhalten Afghanistan mit Schiffen anzugreifen: Ein Fataler Fehler” sind Zitate von Volker Pispers aus seinem Programm “…bis neulich” im Haus der Stadt.

Volker Pispers im “Haus der Stadt”: Streifzug durch beißende Texte aus 24 Jahren Kabarett. Politik ist seine Leidenschaft. Satirischer Aufklärer mit furiosem Gestus und unübertroffener Zielgenauigkeit.

Düren. „Herzlichen willkommen beim politischen Kabarett, “ begrüßte am Donnerstagabend Volker Pispers die Besucher im vollbesetzten Haus der Stadt zu seinem Soloprogramm „.. bis neulich“.
Schon seit Wochen war die Veranstaltung ausverkauft. Im November 1982 stand Volker Pispers zum ersten Mal mit eigenen Texten als Kabarettist auf der Bühne, und mittlerweile gehört er zu den bekanntesten und erfolgreichsten in den deutschsprachigen Ländern.
„Wir sind froh Volker Pispers heute in Düren zu haben“, so Organisator Thomas Lüttgen vom Komm Zentrum stolz und versucht noch ein paar Stühle aufzutreiben. Sieben Soloprogramme hatte der studierte Theologe Pispers bereits auf die Bühne gebracht. Sein Programm Unter dem Titel „Bis neulich“ ist ein sogenanntes „Best of“. Er unternimmt hier einen sehr subjektiven Streifzug von beißenden Texten aus über 24 Jahre Kabarett.

Aber Pispers wäre nicht Pispers, wenn er die teilweise erschreckende Aktualität seiner “alten Schätzchen” nicht durch das Einflechten tagesaktueller Bezüge unterstreichen würde.

„Der Ackermann Prozess wurde wegen großen Erfolg wiederholt“, oder zu Gesundheitsministerin Ulla Schmidt „Tri Tra Trullala Schmidt, das beste bleibt uns erhalten. Da können sie wählen, was sie wollen und zu Goldkettchen Schröder in der Elefantenrunde am Wahlabend: „Typisch billiger Roter, ganz schwach im Abgang“.
Politik ist seine Passion, alle kriegen ihr Fett weg, mit scharfsinnigen Pointen nutzt er die Kabarettbühne dazu, um Hintergründe aufzudecken, Meinung zu bilden statt Stimmung zu machen. Er rüttelt sein Publikum wach und reizt es zu Reflexionen über den globalen Wahnsinn.
Pispers unverwechselbare Visitenkarte: Er ist der freundliche und scheinbar harmlos daherredende Conférencier geblieben, der - eben noch lächelnd - plötzlich den politsatirischen Hammer rausholt und gnadenlos zuschlägt.
„Der Mann ist einfach Spitze, seine Mimik, der Stil und dann kommt immer noch was weiter“ ist Achim Schmitz begeistert. Dem kann man sich nur anschließen. Pisper ist der satirische Aufklärer von furiosem Gestus und unübertroffener Zielgenauigkeit. Den Wortmüll, den Gesellschaft und vor allem die Politik produzieren, denkt er einfach konsequent zu Ende.
Richtig gut wird es, wenn es richtig weh tut und die Zuschauer im Haus der Stadt hatten im zweimal 70 minütigen Programm „… bis neulich“ laufend Schmerzen.

Volker Pispers (2)

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